Machtmissbrauch in der Klinik

Keine Frage des Umgangstons, sondern der Struktur und der Patientensicherheit.

In Kliniken entscheidet die Hierarchie über mehr als den Dienstplan: Wer einteilt und unterschreibt, entscheidet über Weiterbildung, Operationskatalog, Zeugnis und damit über Karrieren. Dieses Gefälle ist für die Versorgung notwendig, und gerade deshalb lässt es sich missbrauchen, ohne dass es auffällt.

Kein Randthema

Fast alle, die in einer Klinik arbeiten, kennen Situationen, in denen man geschwiegen hat, weil eine Unterschrift, ein OP-Plan oder die Weiterbildung davon abhing. Und fast alle kennen die Sätze, mit denen solche Situationen beiseitegeräumt werden: „Er ist eben so.“ „Da muss man durch.“ In einer bundesweiten Befragung des Marburger Bundes gab 2026 fast die Hälfte der angestellten Ärztinnen und Ärzte an, im vergangenen Jahr Machtmissbrauch erlebt zu haben. Gemeldet hat es die große Mehrheit nicht.

Das liegt nicht an fehlendem Mut. Betroffene, Kolleginnen und Kollegen, die danebenstehen, und die Stellen, bei denen man meldet, hängen an derselben Hierarchie. Solange Melden mehr kostet als Schweigen, ändern auch gute Richtlinien wenig. Und es ist mehr als eine Frage des Betriebsklimas: Teams, in denen Angst herrscht, melden weniger Fehler und fragen seltener nach. Machtmissbrauch ist deshalb auch eine Frage der Patientensicherheit.

Kliniken, die das Thema regelmäßig und für alle auf den Tisch bringen, zeigen, dass sich daran etwas ändern lässt. Genau dort setzen Keynote und Workshop an.

Wer verstehen will, warum das so ist, muss nicht auf die Einzelnen schauen, sondern auf das System.

Warum Richtlinien allein nicht reichen

Die meisten Kliniken haben längst Adressen: Personalrat, Compliance, Gleichstellungsbeauftragte, eine Richtlinie. An Papier fehlt es selten.

Es fehlt an einem Klima, in dem diese Wege auch genutzt werden.

Keynote und Workshop

Keynote „Wohin damit? Machtmissbrauch als strukturelles Problem“ (ca. 30 Minuten). Die Keynote zeigt, wie Machtgefälle im Klinikalltag wirken, warum Richtlinien allein nicht reichen und was die Forschung über Angst und Versorgungsqualität weiß. Sie ist wissenschaftlich belegt und verzichtet auf Schuldzuweisungen.

Workshop „Alltagsstrategien gegen Machtmissbrauch“ (ca. 2 Stunden). An echten, anonymisierten Fällen erarbeiten die Teilnehmenden Schritt für Schritt, was man im Moment tun kann, welche Rückendeckung es dafür von Vorgesetzten braucht, welche Abläufe verbindlich geregelt sein müssen und wie das Thema im Alltag normal wird. Am Ende stehen konkrete Maßnahmen für das eigene Haus.

Für Kliniken, Universitätsklinika, Ärztekammern und Weiterbildungsverbünde, Teams ebenso wie für Führungskräfte.

Keynote und Workshop sind einzeln oder kombiniert buchbar und werden Ihre Bedarfe angepasst.

Planen Sie einen Kurs oder eine Konferenz und suchen Input zu Strategien und Strukturen gegen Machtmissbrauch?

Schreiben Sie mir.