Zukunft der Arbeit

Eine zukunftsfähige Gesellschaft muss Care- und Erwerbsarbeit gleichstellen.

Wenn über die Zukunft der Arbeit gesprochen wird, geht es meist um Digitalisierung, KI und Produktivität. Die Arbeit, ohne die keine dieser Debatten stattfinden könnte, kommt darin kaum vor: die tägliche Sorge für Menschen.

Care ist die Basis allen Wirtschaftens

Aus feministisch-ökonomischer Sicht ist das ein Denkfehler mit System. Die gesamte Erwerbswirtschaft ruht auf unbezahlter Care-Arbeit – sie bringt die Menschen hervor und hält sie in Form, die morgens zur Arbeit gehen. Trotzdem behandeln wir sie als kostenlosen Rohstoff, der einfach nachwächst.

Eine Ökonomie, die tragfähig bleiben will, muss dieses Verhältnis umkehren: nicht Care um die Erwerbsarbeit herum organisieren, sondern Erwerbsarbeit um die Sorge, die eine Gesellschaft am Leben hält.

Unbezahlte Care-Arbeit ist kein Puffer, der unendlich ausdehnbar ist. Eine Wirtschaft, die das ignoriert, lebt von ihrer eigenen Substanz.

Teilhabe und Zeit
Wer sorgt, hat weniger Zeit – für Erwerbsarbeit, aber auch für Politik, Ehrenamt und Öffentlichkeit. Zeitpolitik ist deshalb auch eine Frage der Demokratie: Solange unbezahlte Care-Arbeit Menschen von Teilhabe ausschließt, bleiben ihre Anliegen gesellschaftlich stumm.

Von der Einzelfrage zur Bewegung
Care-Arbeit lässt sich nicht allein privat lösen. Mit der Liga für unbezahlte Arbeit entsteht die erste zentrale Interessenvertretung für familiär Care-Arbeitende. In meinen Vorträgen geht es auch um solche kollektiven Wege – vom politischen Streik bis zu tragfähigen Care-Ökonomien.

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