Machtsensibel beraten und führen

Verhalten verändert sich nicht, indem man es bewertet. Sondern indem man versteht, wozu es gut ist..

Therapie, Beratung und Führung gelten als Orte, an denen Menschen neutral betrachtet werden. Tatsächlich bringen wir alle Erwartungen mit, wie Frauen und Männer zu fühlen, zu reagieren und zu funktionieren haben – und geben sie unbemerkt an die Menschen weiter, mit denen wir arbeiten.

Es ist ein Feature, kein Fehler

Das führt oft dazu, dass gendertypisches Verhalten vorschnell zum Problem erklärt wird: Sie ist „zu viel", er ist „nicht greifbar". Doch dieses Verhalten ist selten Ausdruck eines Defizits.

Meist ist es funktional – eine sinnvolle Antwort auf die Rolle, die Beziehung und den Kontext, in dem jemand steht. Wer das erkennt, hört auf zu pathologisieren und beginnt zu verstehen.

Aus diesem Verständnis heraus wird Veränderung überhaupt erst möglich.

Wenn man versteht, warum ein Verhalten funktional ist, wird Veränderung erst möglich.

Wie ich arbeite

Vier Ansätze ziehen sich durch meine Arbeit:

Die Power-Equity-Analyse macht ungleiche Entscheidungs- und Handlungsspielräume sichtbar.

Strategische Parteilichkeit heißt, diese Ungleichheit nicht zu übergehen, sondern bewusst auszugleichen.

Entpathologisieren verschiebt den Blick vom Defizit zur Funktion.

Kontextarbeit fragt nicht nur nach der Person, sondern nach Rolle, Beziehung und Struktur, in denen ihr Verhalten Sinn ergibt.

Ob im Paar- oder im Mitarbeitendengespräch:
Wer Menschen berät oder führt, trifft ständig Einschätzungen darüber, was jemand kann, braucht und will. Beratungen, Kliniken, Träger und Verwaltungen wollen ihre Fach- und Führungskräfte hier stärken – weil unreflektierte Rollenerwartungen zu Fehleinschätzungen führen.

Dafür halte ich Vorträge und Workshops, in denen Teilnehmende ihren eigenen Blick prüfen und einen anderen einüben.

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